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Ausblick vom Berg aus auf das Tal. Andere Berge verschwimmen am Horizont mit dem Himmel, knapp davor ist ein kleines Wohngebiet erkennbar, das sonstige Umfeld besteht aus Feldern. Im Vordergrund ist der Berg relativ felsig und eher kläglich mit Rasen bedeckt. Grafikelement für einen Slider, eine weiße Waben ähnliche Struktur. Trockenverbund Ries Hot Spot
Ausblick vom Berg aus auf das Tal. Andere Berge verschwimmen am Horizont mit dem Himmel, knapp davor ist ein kleines Wohngebiet erkennbar, das sonstige Umfeld besteht aus Feldern. Im Vordergrund ist der Berg relativ felsig und eher kläglich mit Rasen bedeckt.
Ausblick vom Riegelberg (Bild: Helmut Partsch).

Trockenverbund Ries

 

Regierungsbezirk: Schwaben
Gebietsbezeichnung: FFH-Gebiet 7128-371 „Trockenverbund am Rand des Nördlinger Rieses“
Gebietsgröße: 922 ha (nur das FFH-Gebiet)
Besonderheit: Ofnethöhlen, Kalkmagerrasen, Wacholderheiden, Geopark Ries, Heide-Allianz

Kurzbeschreibung Trockenverbund Ries

Das FFH-Gebiet „Trockenverbund am Rand des Nördlinger Rieses“ umfasst auf 43 Teilflächen verschiedene Trockenlebensräume in den Naturräumen der Schwäbischen Alb, der Fränkischen Alb und des Schwäbischen Keuper-Liaslandes. In direktem räumlichen Zusammenhang liegen die FFH-Gebiete „Wörnitztal“ und „Heroldinger Burgberg“ mit Schwerpunkten in der Flussaue und den Buchenwäldern.

Charakteristisch für das Ries sind die eng verzahnten, komplexen Trockenlebensräume mit Kalkmagerrasen, Wacholderheiden, Kalk- und Silikatfelsen, mageren Flachland-Mähwiesen, Borstgrasrasen, wärmeliebenden Säumen und Gebüschen sowie Waldmeister-Buchenwäldern und Orchideen-Kalk-Buchenwäldern.

Besonderheiten Trockenverbund Ries

Die Landschaft des Nördlinger Rieses wurde vor rund 14,5 Millionen Jahren nachhaltig geprägt durch den Einschlag eines Asteroiden. Durch den Aufprall bildeten sich die heute noch im Luftbild sichtbare fast kreisrunde Kraterstruktur und die unter hohem Druck und Temperatur entstandenen Suevit-Gesteine. Die zeitliche Abfolge der unterschiedlichen Gesteinsschichten wurde durch den Aufprall aufgebrochen und durchmischt, so dass im Ries neben den typischen kalkreichen Gesteinen auch silikatische Gesteine an der Oberfläche liegen. Dadurch können verschiedenste Lebensräume auf kleinstem Raum existieren. Die heutige Rieslandschaft ist geprägt von einer abwechslungsreichen Kulturlandschaft mit beweideten Trockenrasen und Wacholderheiden sowie Auen und Feuchtgebieten. Dieses Landschaftsmosaik bietet Lebensraum für viele, teilweise sehr seltene Pflanzen- und Tierarten wie Karthäusernelke, Frühlings-Enzian, Gewöhnliche Küchenschelle oder Gelbbauchunke.

Pflege und Erhalt der Magerrasen wird hier größtenteils durch die Tätigkeit der Schäfer gewährleistet. Durch Tritt und Verbiss der Schafe werden aufkommende Gebüsche zurückgedrängt und es bilden sich immer wieder kleine offene Bodenstellen, die Platz für konkurrenzschwache und speziell an Rohbodenstandorte angepasste Arten bieten. Wo die Schafbeweidung aufhört, verschwinden viele charakteristische Tiere und Pflanzen und die Artenvielfalt geht zurück.

Unterstützt wird die Schäferei und Pflege der wertvollen Flächen von der Heide-Allianz Donau-Ries, einem Zusammenschluss von Rieser Naturschutzverein, Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried, Bund Naturschutz und dem Landkreis Donau-Ries. Im Rahmen des LIFE+ Natur Projektes „Heide-Allianz: Biologische Vielfalt und Biotopverbund im Nördlinger Ries und Wörnitztal“ wurden von der Heide-Allianz von 2013 bis 2018 zahlreiche Maßnahmen zum Erhalt und zur Verbesserung der biologischen Vielfalt umgesetzt. Weitere Informationen finden Sie im Kurzbericht hier.

Alternativtext Es ist eine ungleichmäßige Wiese zu sehen, in welcher sich etwas versteckt stehendes Wasser erkennen lässt. Dahinter stehen vereinzelt Bäume und Sträucher.
Von Gelbbauchunken und Wasserfröschen besiedelte Tümpeltränke am Hohen Stein, unterhalb einer Wacholderheide (Bild: Lena Purmann).

Natura 2000 hautnah erleben – Ausflugsziele Trockenverbund Ries

Ein Hang mit vielen Schafen und Büschen, der zu einer Ruine hinaufführt.
Mit Schafen beweidete Wacholderheiden bei der Ruine Niederhaus (Bild: Helmut Partsch).

Lohnende Ausflugsziele im Gebiet
(Naturerlebnis, Umweltbildung, aktives Naturerlebnis)

• Erlebnis-Geotop Lindle: Südlich von Nördlingen bei Holheim liegen mehrere aufgelassene Steinbrüche, die wertvolle Lebensräume für Uhu, Gelbbauchunke, Kreuzkröte und Molche bieten. Die für diese Arten wichtigen Strukturen (freiliegende Felswände, besonnte und fischfreie Kleingewässer) werden durch Ziegenbeweidung offengehalten. Der größte Steinbruch kann begangen und von zwei Aussichtsplattformen auch von oben gut betrachtet werden.

Ausgangspunkt für Geocaching Tour

• Auf der Internet-Seite des Geoparks Ries (siehe unten) werden einige unterschiedlich lange Wanderungen detailliert beschrieben und auf Karten dargestellt. Eine der längeren Touren (19 km Schäferweg) führt vom Süden Nördlingens aus durch die typische mit Schafen beweidete Heidelandschaft, an den Resten der Burg „Alte Bürg“ vorbei zu den Ofnethöhlen. Diese sind Reste eines ehemaligen Karstsystems am Kraterrand des Nördlinger Rieses und wurden bis in die Mittelsteinzeit hinein bewohnt.

• Wer die reiche Natur- und Kulturlandschaft des Rieses gerne durch eine der zahlreichen Führungen kennenlernen möchte, wird ebenfalls auf der Internet-Seite des Geoparks Ries fündig. Dort werden offene und buchbare Führungen zu Natur, Geologie und Besiedlungsgeschichte angeboten.

• Geopark kulinarisch möchte die regionale Küche und die Verwendung heimischer Produkte fördern. Eine Auswahl exzellenter Gastronomien, die diese Produkte regionaler Erzeugung zu Köstlichkeiten verarbeiten, findet man hier.

• Lage des Infozentrums:
Geopark Ries Infozentrum Nördlingen
Eugene-Shoemaker-Platz 3
86720 Nördlingen
Telefon: +49 9081 273822-0

• Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag, feiertags: 10:00 bis 16:30 Uhr
An Neujahr, Karfreitag und Weihnachten geschlossenWeitere Infozentren gibt es in Oettingen und Treuchtlingen finden Sie hier.

Wanderwege und Karten

Weiterführende Links

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