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Einzelne, kleine Pflanze am Waldboden.
Weißes Waldvöglein im Buchenwald. Bildnachweis: LPV Neumarkt in der Oberpfalz

Frankenalb

 

Regierungsbezirk: Oberpfalz
Gebietsbezeichnung: FFH-Gebiet 6834-301 „Trauf der mittleren Frankenalb im Sulztal“
Gebietsgröße: 1.231,7 ha
Besonderheit: strukturreiche Waldgesellschaften, Kalktuffbildungen, Halbtrockenrasen, Fledermaus-Jagdgebiete

Kurzbeschreibung Frankenalb

Landschaftsprägend in dem 1.235 ha großen Natura 2000-Gebiet sind die steilen, bewaldeten und strukturreichen Hänge zum Sulztal mit zahlreichen Kalktuffquellen und Bächen. Die imposanten Wälder sind bedeutsame Fledermaus-Jagdgebiete. Aber auch Magerrasen mit seltenen Orchideenarten und Flachland-Mähwiesen prägen das Schutzgebiet. Das gesamte Gebiet gehört zum Naturpark Altmühltal. Der südlichste Teil des FFH-Gebietes – zwischen Berching und Plankstetten – ist zudem Teil des Vogelschutzgebiets „Felsen- und Hangwälder im Altmühl-, Naab-, Laber- und Donautal“.

Besonderheiten Frankenalb

Kalktuffterrassen und Steinerne Rinnen:
Entlang der angeschnittenen, wasserführenden Gesteinsschichten treten zahlreiche Kalktuffquellen auf, die sich hinsichtlich ihrer Struktur und Größe deutlich unterscheiden. Die Schüttung der Quellen ist maßgeblich für die Ausprägung der typischen kaskadenförmigen Tuffkegel oder Steinernen Rinnen. Beim Weg durch die Kalksteine löst das kühle Grundwasser das Kalziumkarbonat an. Beim Austritt an der Erdoberfläche wird das Wasser erwärmt, das mitgeführte Kalziumkarbonat fällt unter Beteiligung von Algen und Moosen aus. Je nach Schüttung der Quellen bilden sich Terrassen oder Steinerne Rinnen.
Um diese Naturphänomene vor Zerstörung zu bewahren, ist Berühren und Betreten nicht erlaubt.

Waldmeister-Buchenwald:
Die Buche profitiert hier von den nährstoffreichen, meist kalkhaltigen und gut bis ausreichend mit Wasser versorgten Böden. Damit ist sie konkurrenzlos zu allen anderen heimischen Baumarten. Pflanzen wie Leberblümchen, Buschwindröschen und der namensgebende Waldmeister bestimmen die Bodenvegetation. Einige Fledermausarten wie das Große Mausohr nutzen die Wälder als Jagd- und teilweise auch als Überwinterungsquartier.

Rudertshofener Graben:

Der Rudertshofener Graben westlich von Berching bietet eine Vielzahl unterschiedlichster Lebensräume. In dem tief eingeschnittenen schmalen Tal war eine intensive landwirtschaftliche Nutzung zu keiner Zeit möglich. Einzig die Beweidung mit Rindern war in den ersten Jahren nach dem zweiten Weltkrieg an den Talflanken noch anzutreffen. Mit Aufgabe der Beweidung verbuschten die Hänge immer mehr. Die zum Teil sehr schwierig zugeschnittenen Talwiesen wurden zunehmend aufgegeben. 
Die Freistellung verbuschter Hänge sowie die Aufrechterhaltung der noch vorhandenen Wiesennutzung im Talraum und die Wiederbeweidung sind wichtige Maßnahmen zur Gesamterhaltung dieses ökologisch und landschaftlich sehr wertvollen Seitentals. Ziel ist es außerdem die wertvollen Biotopstrukturen mit versinterten Quellaustritten und Hangquellmooren mit Vorkommen des Gemeinen Fettkrauts und der Sumpf-Stendelwurz zu erhalten. Auch die Überreste einer historischen Keltenschanze konnten durch Landschaftspflegemaßnahmen freigestellt werden.

Terrassenartig abfallende Steine, die einen Brunnen bilden mit kleinen Blumen im Vordergrund und Wald im Hintergrund.
Hoher Brunnen. Bildnachweis: Lucia Gruber

Natura 2000 hautnah erleben – Ausflugsziele Frankenalb

Einzelne, kleine Pflanze in der Wiese.
Sumpfstendelwurz. Bildnachweis: LPV Neumarkt in der Oberpfalz

Lohnende Ausflugsziele im Gebiet
(Naturerlebnis, Umweltbildung, aktives Naturerlebnis)

• Wanderrundweg Hoher Brunnen (Weg Nr. 4):

• Von Berching aus gelangt man über den zehn Kilometer langen Wanderrundweg Nummer 4 an den Hohen Brunnen- eine beeindruckende Kalktuffterrasse. Das im Quellwasser gelöste Kalziumkarbonat fällt beim Austritt an die Wasseroberfläche aus und lagert sich im Zusammenspiel mit Moosen und Algen terrassenförmig an. An der Kaskade erläutert eine Tafel die Grundzüge dieses Prozesses. Die empfindlichen Terrassen stehen unter Naturschutz und ürfen nicht berührt oder betreten werden.

• Quellenweg Rudertshofener Tal:

• Dieser neun Kilometer lange Rundweg führt entlang der unberührten Rudertshofener Talenge. Es geht vorbei an der Hagenbergkapelle, bei der man einen guten Ausblick in das Sulztal hat, und weiter zu den Überresten einer Keltenschanze. Die austretenden Quellen und Hangmoorbereiche in Kombination mit den beweideten Magerrasen machen die Tour zu einem besonderen Naturerlebnis.

Wanderwege und Karten

Weiterführende Links

Geschäftsstelle des Landschaftspflegeverbands Neumarkt
Nürnberger Str. 2a
92318 Neumarkt in der Oberpfalz
Telefon: +0049 9181 470-337

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