Ökomodell Achental – nachhaltige Produkte und Direktvermarktung rund um den Chiemsee

Ökomodell Achental – nachhaltige Produkte und Direktvermarktung rund um den Chiemsee

von 09 September, 2020 0
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Bunte Auswahl an Marmeladen, Fleisch, Wurst, Käse, Brot und Gemüse
Regionale Produkte aus dem Achental (Bild: Ökomodell Achental).

Eingebettet zwischen Chiemsee und Chiemgauer Alpen ist das Tal der Tiroler Achen bekannt für seine wertvolle Natur- und Kulturlandschaft: Auf engstem Raum wechseln sich Seen und Flüsse ab mit Bergen und Almen, blumenreichen Wiesen und Weiden, Wäldern und Mooren. Um diese natürliche Vielfalt und das Achental als Lebens- und Erholungsraum attraktiv zu erhalten, haben sich die Achental-Gemeinden im Mai 1999 zum Verein Ökomodell Achental e.V. zusammengeschlossen.

Fisch aus dem Chiemsee, Fleisch, Käse oder Milch von der Alm oder aus extensiver Weidehaltung, Bio-Honig, Obst, Marmeladen oder Schnaps aus lokalem Streuobstanbau und Gemüse, das nicht um die halbe Welt reist, sondern kurze Wege zwischen Anbau und Teller zurücklegt: Mit dem Zeichen „Qualität Achental“ werden nachhaltig produzierte landwirtschaftliche Produkte aus dem Achental und dem Gebiet rund um den Chiemsee ausgezeichnet. Die kleinstrukturierten, ökologisch oder extensiv wirtschaftenden Betriebe verkaufen überwiegend regional, entweder direkt ab Hof oder auf Bauernmärkten.

In der Region befinden sich neben dem Chiemseegebiet und der Alz zahlreiche kleinere Natura 2000-Gebiete, beispielsweise ausgedehnte Moorlandschaften, Quellgebiete, naturnahe Bäche oder Auwald. Sie sind wertvoller Lebensraum nicht nur für Wasservögel und Wiesenbrüter, sondern auch für geschützte Insekten wie den Ameisenbläuling, Fischarten wie Mairenke oder Groppe, Fischotter, Moorfrösche und Pflanzen wie den Frauenschuh oder den Kriechenden Sellerie.

Nicht alle teilnehmenden Betriebe bewirtschaften Flächen in Natura 2000-Gebieten. Der unten verlinkten Direktvermarkter-Broschüre von Ökomodell Achental e.V. können Sie entnehmen, wo genau sich die Betriebe befinden, welche Produkte sie anbieten und welche Bezugsmöglichkeiten es gibt. Viele Direktvermarkter sind mit ihrem Eintrag außerdem durch besondere Zeichen hervorgehoben, beispielsweise Bioland oder Demeter.

Informationen zum Natura 2000-Gebiet, aus dem die Produkte kommen

Regierungsbezirk: Oberbayern
Name: Chiemseegebiet mit Alz, viele kleinere Gebiete
Gebietsgröße: 10 376 ha (Chiemseegebiet), ca 15 000 ha (kleinere Gebiete zusammen)
Besonderheit: Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiet für Wasservögel, ausgedehnte Hoch- und Niedermoorlandschaften, Urstromtäler mit naturnahen Hanglaubwäldern, seltene, naturnahe Fließgewässertypen mit Bestand der Bachmuschel und Fischotter-Vorkommen, Talmoore mit verschiedenen ökologischen und hydrologischen Typen sowie Grünland im Tal der Tiroler Achen.
Natura 2000 Gebiet(e): Das große Projektgebiet enthält neben dem Chiemsee eine Vielzahl von Natura 2000-Gebieten, darunter zum Beispiel:

  • Moorgebiet von Eggstädt-Hemhof bis Seeon
  • Alz vom Chiemsee bis Altenmarkt
  • Moore im Salzach-Hügelland
  • Oberes Surtal und Urstromtal Höglwörth
  • Moore südlich des Chiemsees
  • Hangquellmoor ‚Ewige Sau‘
  • Mettenhamer Filz, Süssener und Lanzinger Moos mit Extensivwiesen

Der bis zu 70 m tiefe, fischreiche Chiemsee ist der größte See Bayerns. Mit seinen Verlandungsbereichen, dem Delta und den Auwäldern der Tiroler Achen und dem naturnahen Seeausfluss der Alz ist er ein einzigartiger Lebensraum für viele Natura 2000-Arten. Das Chiemseegebiet ist außerdem eines der größten süddeutschen Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiete für Wasservögel. Die ausgedehnten umliegenden Moorgebiete sind ein bedeutender Lebensraum für Wiesenbrüter wie Brachvogel, Bekassine oder Wachtelkönig. Naturnahe Moore und Pfeifengraswiesen sind Lebensraum für geschützte Insektenarten, beispielsweise Ameisenbläulinge. Hier befindet sich außerdem ein Erhaltungsschwerpunkt für Kalktuffquellen und ein landesweiter Schwerpunkt für seltene Quellmoorarten.

Landschaftsbild mit Bergen, Grünflächen und Wasser
Delta der Tiroler Achen (Bild: Ökomodell Achental).
Äpfel auf einem Haufen
Apfelaktionstag am Achentaler Bauernmarkt in Grassau (Bild: Ökomodell Achental).

Besonderheiten des Gebiets

Das Achental liegt am Nordrand der Bayerischen Alpen zwischen München und Salzburg, an der unmittelbaren Grenze zu Tirol. Es ist Heimat von 33.000 Einwohnern und einer Vielzahl an seltenen Tier- und Pflanzenarten.

Eingebettet zwischen Chiemsee und Chiemgauer Alpen ist das Tal der Tiroler Achen bekannt für seine wertvolle Natur- und Kulturlandschaft: Auf engstem Raum wechseln sich Seen und Flüsse ab mit Bergen und Almen, blumenreichen Wiesen und Weiden, Wäldern und Mooren. Um diese natürliche Vielfalt und das Achental als Lebens- und Erholungsraum attraktiv zu erhalten, haben sich die Achental-Gemeinden im Mai 1999 zum Verein Ökomodell Achental e.V. zusammengeschlossen.

Über Jahrhunderte ist durch eine angepasste, naturschonende landwirtschaftliche Nutzung rund um den Chiemsee eine wertvolle Kulturlandschaft entstanden, die nicht nur schön anzusehen ist, sondern auch vielen seltenen Tieren und Pflanzen Heimat bietet. Der Erhalt und die Pflege ihrer wertvollen Lebensräume ist für sie überlebenswichtig. Nachhaltige, naturschonende Landwirtschaft und Landschaftspflegemaßnahmen, die von Landwirten durchgeführt werden, spielen hierbei eine zentrale Rolle. Durch die Vermarktung von landwirtschaftlichen Produkten unter dem Zeichen „Qualität Achental“, das für eine naturnahe und umweltfreundliche Produktion, Regionalität und Transparenz steht, werden kleinstrukturierte, ökologisch oder extensiv wirtschaftenden Betriebe gefördert. So können die über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft mit ihrer kleinteiligen bäuerlichen Struktur, die Bewirtschaftungsform der Bergwälder mit den landschaftsprägenden Almen und die Natur- und Landschaftsschutzgebiete mit ihrer Artenvielfalt an Fauna und Flora erhalten bleiben.

Zu den typischen Pflegemaßnahmen, die durch die Landwirte oder in Kooperation mit Ihnen durchgeführt werden zählen beispielsweise die Sicherung der Fortführung der traditionellen Streuwiesennutzung, die Entbuschung von Streuwiesen und Almen oder die Förderung des Streuobstanbaus im Achental. Die Landwirtschaft im Achental ist kleinräumig strukturiert und aufgrund der naturräumlichen Begebenheiten geprägt von Grünlandwirtschaft und Milchviehhaltung. Durch eine fortschreitende Diversifizierung und Ökologisierung der Wirtschaftsweise werden zusätzliche Einkommensquellen geschaffen.

Bezugsmöglichkeiten für Produkte, weitergehende Links/Informationen

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