Jura Lamm – Qualität aus der Fränkischen Schweiz

Jura Lamm – Qualität aus der Fränkischen Schweiz

von 08 September, 2020 0
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Schäfer umgeben von Schafen inmitten der Natur
Die Beweidung von wertvollen Wacholderheiden und Trockenrasen in der Fränkischen Schweiz durch Wanderschäferei hat einen leckeren Nebeneffekt: das Jura-Lamm, das in regionalen Gaststätten und Metzgereien angeboten wird (Bild: Andreas Niedling, LPV Forchheim).

Wacholderheiden und Trockenrasen sind typisch für die Fränkische Schweiz. Diese schöne und artenreiche Kulturlandschaft entstand durch jahrhundertelange extensive Schafbeweidung. Um sie langfristig zu erhalten, müssen die Hänge fortwährend gepflegt werden. Die ökologisch sinnvollste Methode ist dabei die Wanderschäferei, die in der Region eine lange Tradition hat, jedoch durch Intensivierung der Landwirtschaft, Aufforstung und Billigfleischimporte einen starken Rückgang verzeichnen musste. Die Rückkehr des Wolfes stellt die Wanderschäferei vor zusätzliche Probleme.

Dem Rückgang dieser traditionellen Bewirtschaftungsform möchte die Erzeugergemeinschaft Jura-Lamm e.V. entgegensteuern: Sie bringt Schäfer, Metzgereibetriebe und Gaststätten der Region zusammen, um Lammfleisch von den Wacholderheiden zu vermarkten. Die artgerechte und natürliche Haltung der Tiere auf den kräuterreichen und gesunden Weiden bietet die beste Futtergrundlage. Dadurch ist das Fleisch besonders aromatisch und zart.

Informationen zum Natura 2000-Gebiet, aus dem die Produkte kommen

Regierungsbezirk: Oberfranken
Gebietsgröße: 140.869 ha (insgesamt)
Besonderheit: Wertvolle Flachland-Mähwiesen und Trocken- und Halbtrockenrasen, Wacholderheiden als Zeugnisse der für das Gebiet typischen Hüteschafhaltung Biotopkomplexe mit Dolomitfelsen, wärmeliebende Wälder und Säume.
Natura 2000-Gebiet(e): Das Produkt wird in verschiedenen Gebieten produziert, zum Beispiel:

  • Trockenrasen, Wiesen und Wälder um Weismain
  • Wiesent-Tal mit Seitentälern
  • Dolomitkuppenalb
  • Ehrenbürg und Katzenköpfe
  • Albtrauf von der Friesener Warte zur Langen Meile

Sonnenwarme Hänge, Felsen, blütenreiche Magerwiesen und Wacholderheiden prägen die Landschaft der Fränkischen Schweiz. Wacholderheiden stehen auf trockenen, nährstoffarmen, meist abgelegenen und steilen Lagen, die meistens keine andere Nutzung als Beweidung zuließen. Der Verbiss durch Weidetiere hält die Flächen offen. Durchsetzen können sich insbesondere Pflanzen, die daran angepasst sind. Wacholderheiden und Mager- und Trockenrasen sind besonders insektenreich.

Durch das Netzwerk Natura 2000 werden solche Lebensräume geschützt. Auch viele geschützte Tier- und Pflanzenarten sind hier zuhause – farbenprächtige Schmetterlinge wie Skabiosen-Scheckenfalter oder Spanische Flagge, Orchideen wie der Frauenschuh, wärmeliebende Reptilien wie die Schlingnatter und viele Vogelarten, zum Beispiel Uhu oder Neuntöter.

Ein grüner Hang, auf dem einzelne Bäume stehen fällt steil zu einer durch das Tal führenden Straße hinab.
Ohne die Beweidung mit Schafen und Ziegen würde diese schöne und für die Natur überaus wertvolle Landschaft verbuschen und letztendlich verschwinden (Bild: Hedwig Friedlein, Regierung von Oberfranken).
Zwei lächelnde Kinder beim Essen
Auch Kinder schätzen die regionale Spezialität "Jura-Lamm" (Bild: Siegfried Weid, Regierung von Oberfranken).

Besonderheiten des Gebiets

Die Wacholderheiden und Trockenrasen der Fränkischen Schweiz sind eine jahrhundertealte Kulturlandschaft, die sich durch das Zusammenwirken von Mensch und Natur entwickelt hat. Die an die extensive Beweidung angepassten Lebensräume und Tier- und Pflanzenarten des Gebiets sind darauf angewiesen, dass diese fortgeführt wird: Wird nicht mehr beweidet, so setzen sich konkurrenzstärkere Pflanzen durch, die Flächen verbuschen und langfristig kann auch Wald entstehen. Wärmeliebende Arten, die auf offene Flächen angewiesen sind, finden dann keine geeigneten Lebensbedingungen mehr vor. Zu ihrem Schutz ist es daher wichtig, dass die Beweidung fortgeführt wird. Zugleich werden schöne Landschaften erhalten, die einen weiten Blick ermöglichen und auch für menschliche Besucher attraktiver sind als stachelige Gebüsche.

Die heute noch verbliebenen wenigen Wanderschäfer in der Fränkischen Schweiz leisten einen entscheidenden Beitrag zum Erhalt dieser Lebensräume. Die Schafe ersparen die mühsame und teure Entfernung des Gehölzaufwuchses, der bei ausbleibender Nutzung schnell einsetzt. So können der einzigartige Artenreichtum und das Gesicht einer wunderbaren Kulturlandschaft optimal erhalten werden.

Die Schäfer der Fränkischen Schweiz wirtschaften im Einklang mit der Natur. Im Zusammenschluss der Erzeugergemeinschaft Jura-Lamm e.V. bieten sie ihre Lammfleischprodukte aus garantiert regionaler Erzeugung und in bester ökologischer Qualität an.

Bezugsmöglichkeiten für Produkte, weitergehende Links/Informationen

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